Zuviel Geld auf dem Konto? Der Trick mit den 1-Cent-Überweisungen

Veröffentlicht am 15.10.2009

Findet sich auf Ihrem Konto eine Überweisung mit einem Minibetrag, die Sie sich nicht erklären können? Dann ist Vorsicht angebracht, denn dahinter könnte ein Betrugsversuch stecken.

Bei einer Masche, die immer wieder ausprobiert wird, werden zahllose 1-Cent-Überweisungen auf den Weg gebracht, die Empfängerkontodaten dabei automatisch generiert. Das Ganze ist ein groß angelegter Test. Das Prinzip ist einfach: Wenn von diesen zufällig angesteuerten Kontonummern das Geld nicht gleich von den Banken mit dem Vermerk „Konto existiert nicht“ zurückkommt, haben die Betrüger den Beleg, dass diese Konten existieren – und beginnen kurz darauf, davon höhere Beträge abzubuchen!


Sprechen Sie Ihre Bank an

Entdecken Sie auf Ihrem Konto eine solche 1-Cent-Überweisung, wenden Sie sich an Ihre Bank. Oft sind solche oder ähnliche Fälle in den Filialen schon bekannt. Bitten Sie darum, dass die Überweisung rückgängig gemacht wird, am besten mit dem Vermerk „Konto existiert nicht“.


Kontrollieren Sie Ihre Bankauszüge

In jedem Fall, nicht nur in Folge solcher dubiosen Überweisungen, gilt: Checken Sie regelmäßig, ob alle Abbuchungen und Gutschriften auf Ihrem Kontoauszug auch ihre Richtigkeit haben. Sollte tatsächlich einmal ein Betrüger versuchen, auf diesem Weg an Ihr Geld zu kommen, entdecken Sie die unrechtmäßigen Abbuchungen bei regelmäßiger Kontrolle frühzeitig und können die Lastschrift gleich zurückbuchen lassen. Dafür darf Ihnen die Bank übrigens keine Gebühren berechnen. Binnen 6 Wochen können Sie widersprechen, dann ist die Rückbuchung kein Problem. Wer einer ungerechtfertigten Lastschrift aber erst später widerspricht, hat auch noch ein Recht auf Rückbuchung – nur ist dann das Procedere komplizierter.

Eine Drohkulisse gehört zur Betrugsmasche dazu. Grundsätzlich gilt: Bange machen gilt nicht. Oft versuchen Unternehmen, die eine solche betrügerische Masche anwenden, mit einer Drohkulisse aus Mahnungen, Anwaltsschreiben und sogar Drohanrufen die Betrogenen so einzuschüchtern, dass diese letztlich doch zahlen. Aber keine Sorge: Wenn Sie einfach nicht auf solche Drohungen reagieren, hört das von allein wieder auf. Denn die Betrüger wissen, dass sie vor Gericht keine Chance hätten. Stattdessen könnten Sie selbst Anzeige wegen Betrugsversuch oder Nötigung erstatten. Das gilt allerdings nur, wenn Sie tatsächlich niemals Kontakt mit der Firma hatten, der Sie angeblich Geld schulden. Wenn Sie sich hier nicht ganz sicher sind, hilft der Gang zur Verbraucherberatung oder zum Anwalt, um den Fall individuell zu prüfen.