Auch 0,0 Prozent-Ratenkredite sollten Sie sich sparen

Veröffentlicht am 01.10.2009

„Kein Geld“ ist heute kein Hindernis mehr für einen Einkauf. Ob Klamotten aus dem Katalog, die neue Waschmaschine oder der Ersatz für das abgewrackte Auto: Sie bekommen leicht einen Kredit, um Ihre Neuanschaffungen zu finanzieren. Oft sogar zinsfrei, mit sogenannten 0,0-Prozent-Angeboten. Trotzdem sollten Sie von Ratenfinanzierungen die Finger lassen.

Aber wenn das neue Sofa so schön und die Herbstgarderobe so schick ist – können Sie da bei einem 0,0-Prozent-Angebot (Ratenzahlung ohne Zins) nicht guten Gewissens zuschlagen?

Leider nein. Gegen die Ratenzahlung sprechen 4 Gründe:

  1. 0,0-Prozent-Angebote gelten in der Regel gelten für wenige, ganz spezielle Produkte und nur bei einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten. Häufig sind diese speziellen Angebote von vorneherein etwas teurer kalkuliert – auch Händler haben nichts zu verschenken, sondern müssen von dem leben, was sie an ihren Kunden verdienen.

  2. Sei es nun ein Auto oder die neue Küche: Bei einem Kauf eines höherwertigen Gutes gegen Bares können Sie im Handel oft einen Rabatt heraushandeln. Bei einem Ratenkauf gibt es den natürlich nicht, was die Sache unter dem Strich für Sie weiter verteuert.

  3. Grundsätzlich gilt für kreditfinanzierte Anschaffungen: Sie zählen monatelang für etwas, das Sie schon nutzen und das deswegen erheblich an Wert verliert. Bereits nach zwei oder drei Raten ist der Wiederverkaufswert des fraglichen Gutes wahrscheinlich niedriger als das, was Sie noch abzahlen. Wenn Sie die Raten nicht mehr zahlen können, können Sie den Kredit also nicht aus dem Verkauf des Gutes heraus tilgen – das kann für Ihre Finanzen katastrophale Folgen haben.

  4. Wenn Sie das Geld für die Anschaffung nicht zusammenbekommen haben, geht es bei Ihnen vermutlich finanziell gerade ziemlich eng zu. Dann sollten Sie sich aber keine weiteren monatlichen Belastungen in Form von Ratenzahlungen ans Bein binden, die Ihren ohnehin kleinen Spielraum noch weiter verkleinern.


Unsere Empfehlung:
Finanzieren Sie Konsumgüter nie auf Pump, sondern sparen Sie solange, bis Sie die benötigte Summe beisammen haben und die Anschaffung bar bezahlen können. Geben Sie sich ansonsten lieber mit günstigeren Lösungen wie gebrauchten Geräten oder einer Reparatur zufrieden. Einzige Ausnahme: Es geht um ein Auto, das Sie unbedingt für den Weg zur Arbeit benötigen.


Buchtipp: Noch mehr Tipps rund die Finanzierung von Anschaffungen und den Umgang mit Krediten finden Sie im „Niemals Pleite!-Geldratgeber für junge Leute“ von Cordula Natusch und Barbara Kettl-Römer.