Anlagebetrug: Bei diesen Warnzeichen Finger weg!

Veröffentlicht am 24.09.2009

5.527 Fälle von Kapitalanlagebetrug gab es im Jahr 2008, meldet das Bundeskriminalamt. Das sei fast ein Drittel weniger als im Vorjahr. Aber aufgepasst: Das sind nur die offiziellen Zahlen. Die Dunkelziffer ist deutlich höher, warnt der Bankenverband. Es gibt jedoch eine Reihe von Alarmsignalen, bei denen Sie sofort misstrauisch werden sollten. Dann ist die Gefahr auch nicht so groß, Betrügern auf den Leim zu gehen.

1. Der Anbieter kontaktiert Sie per Telefon

Das ist zwar nicht erlaubt, aber viele unseriöse Anbieter rufen tatsächlich an, um Ihnen eine Geldanlage anzudrehen oder Sie zum Kauf eines Aktienpakets zu überreden. Hier gilt: Sofort auflegen! Lassen Sie sich erst gar nicht auf ein Gespräch ein.

2. Der Anbieter verspricht Ihnen hohe, sichere Gewinne

Sichere Renditen von 10, 12, 15 oder gar 20 Prozent pro Jahr? Beim derzeitigen Zinsniveau ist das Humbug! 3 bis 4 Prozent können Sie momentan maximal auf sichere Weise erzielen, höhere Zinsen bringen auch mehr Risiken mit sich. Auch wenn der Anbieter Ihnen verspricht, Sie könnten jederzeit aussteigen und Ihr Geld zurückverlangen: Schließen Sie solche Geschäfte lieber nicht ab!

3. Der Anbieter sitzt im Ausland

Ein Geschäftssitz auf den Bahamas oder auf den Cayman Islands sollte Sie misstrauisch machen. Aber auch wenn der Anbieter in der Schweiz, Liechtenstein oder Luxemburg sitzt, könnten Sie das Nachsehen haben: Denn es ist teuer und oft schwierig, dort Klage zu erheben und Ihre Ansprüche rechtlich durchzusetzen.

4. Der Anbieter setzt Sie unter Zeitdruck

„Das Angebot ist nur noch drei Tage gültig“! Wenn das bei einem Sonderangebot im Kaufhaus steht, mag das ja noch angehen. Bei Geldanlagen sollten Sie eine solche zeitliche Befristung als Warnzeichen werten. Damit soll nur Verkaufsdruck aufgebaut werden, und Ihnen fehlt dann die Zeit, das Angebot sorgfältig zu prüfen. Keine Angst, Ihnen geht nichts durch die Lappen, wenn Sie sich nicht sofort entscheiden!

5. Der Anbieter ködert Sie mit einem Probegeschäft

Manche Anbieter bieten auch einen testweisen Einstieg mit einem kleinen Betrag an. Und siehe da, innerhalb weniger Wochen oder Monate hat er sich schon beträchtlich vermehrt. Was unbedarfte Anleger oft dazu verleitet, Folgegeschäfte mit viel größeren Summen abzuschließen. Aber Vorsicht: Das sind fast immer Verlustbringer!

Buchtipp: Weitere Informationen darüber, wie Anlagebetrüger vorgehen und welche Geschäfte Sie besser vermeiden, finden Sie in dem Buch „Niemals pleite. Der Geldratgeber für clevere Frauen“ von Carola Ferstl. Hier erfahren Sie mehr.