Droht den unter 40-Jährigen in 25 Jahren die Altersarmut?
Veröffentlicht am 13.08.2009
Letzte Woche machte eine Studie Schlagzeilen, die der Rentenexperte Bernd Raffelhüschen unter dem Namen „Vorsorgeatlas“ vorstellte. Bis zu 44 Prozent der zukünftigen Rentner seien von Altersarmut bedroht, hieß es. Inzwischen gab es zwar Entwarnung: Es handele sich bei den meisten keineswegs um Altersarmut, sondern nur um „Unterversorgung“. Handlungsbedarf besteht für Sie aber trotzdem.
Ob „Unterversorgung“ oder „Altersarmut“ – das scheint doch reine Wortklauberei zu sein. Ist es aber nicht. Denn: „Altersarmut“ heißt laut Definition der Europäischen Union (EU), dass einem Ruheständler weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens seines Heimatlandes zur Verfügung stehen. Arm sind nach dieser Definition heute alle Rentner und Pensionäre, die weniger als 856 Euro monatlich zur Verfügung haben.
Als „unterversorgt“ gelten dagegen alle, die im Ruhestand weniger als 60 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens beziehen. Wer also 6.000 Euro netto verdient hat und nach seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben ein Einkommen von 3.000 Euro bezieht, ist unterversorgt – arm ist er deswegen noch lange nicht. Trotzdem: Verglichen mit seinem vorherigen Lebensstandard wird er sich weniger leisten können.
Die gesetzliche Rente führt zu chronischer Unterversorgung
Besorgnis erregend ist an der Studie allerdings, dass vor allem jüngere Versicherte allein mit der gesetzlichen Rente nicht auf 60 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens kommen werden. Etwa die Hälfte der heute 20- bis 35-Jährigen, nämlich die Gutverdiener, wird sich mit einer gesetzlichen Rente zufriedengeben müssen, die nur bei einem guten Drittel ihres letzten Nettoeinkommens liegt. Das ist schmerzhaft, weil es heißt, dass frühere Gutverdiener im Alter ihren Lebensstandard drastisch einschränken müssten. Geringverdiener werden zwar um die 60 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens erhalten – dieser Betrag wird mit etwa 600 Euro aber so niedrig sein, dass ihnen tatsächlich Altersarmut droht.
Je früher Sie mit der privaten Altersvorsorge beginnen, desto besser
Die Folgerung aus den Daten im „Vorsorgeatlas“ liegt auf der Hand: Insbesondere die jüngeren Versicherten sind dazu gezwungen, selbst für ihr Alter vorzusorgen, wenn sie nicht mit 65 in die Einbahnstraße zur Altersarmut einbiegen wollen. Falls Sie es noch nicht getan haben, sollten Sie deswegen noch dieses Jahr mit dem Aufbau einer eigenen Altersvorsorge beginnen:
- Nutzen Sie die Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge sowie die vermögenswirksamen Leistungen.
- Prüfen Sie auch, ob ein Riester-Vertrag für Sie infrage kommt. Ein solcher ist wegen der staatlichen Zuschläge insbesondere für Familien mit mehreren Kindern interessant.
- Egal wie wenig Sie verdienen: Versuchen Sie, jeden Monat wenigstens 50 Euro anzusparen. Je jünger Sie sind, desto mehr hilft Ihnen der Zinseszinseffekt, aus kleinen Sparbeträgen im Laufe der Jahre größere Finanzpolster zu machen. Wenn Sie noch zwei bis drei Jahrzehnte bis zur Rente haben, lohnt ein Fondssparplan. Ansonsten ist ein Banksparplan empfehlenswert.
Buchtipp: Mehr zum Thema Altersvorsorge speziell für Frauen finden Sie in dem Buch "Niemals Pleite. Der Geldratgeber für clevere Frauen“ von Carola Ferstl. Hier geht’s zur Bestellseite.








