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Carola Ferstl

Steuerfreibeträge: Sorgen Sie selbst für mehr Netto vom Brutto

Veröffentlicht am 22.10.2009

Haben Sie in den letzten Jahren nach Abgabe Ihrer Steuererklärung immer eine satte Erstattung bekommen? Dann ist das zwar schön. Aber noch schöner wäre es, Sie würden gleich von einem höheren Nettoeinkommen profitieren und nicht erst nach Jahresablauf. Dafür können Sie selbst sorgen: Indem Sie bis 30. November 2009 einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung stellen.

Von Ihrem Bruttogehalt zieht der Arbeitgeber automatisch Monat für Monat Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. auch Kirchensteuer ab. Das Geld landet beim Finanzamt. Die Lohnsteuer (also der Sofortabzug) ist aber nur pauschaliert, das heißt, hohe Werbungskosten und sonstige steuermindernde Ausgaben werden darin nur pauschal und nicht in ihrer tatsächlichen Höhe berücksichtigt.

In ihrer vollen Höhe schlagen sie erst zu Buche, wenn Sie nach Ablauf eines Jahres die Steuererklärung abgeben und diese Ausgaben darin geltend machen. Das führt dann meist zu einer Steuererstattung. Sie können stattdessen aber von vornherein dafür sorgen, dass der Arbeitgeber nicht zu viel ans Finanzamt abführt. Indem Sie sich auf Ihrer Lohnsteuerkarte einen höheren Freibetrag eintragen lassen. Dann bekommen Sie Monat für Monat etwas mehr Nettogehalt ausgezahlt. Dafür fällt die Steuererstattung am Jahresende dann nicht mehr so üppig aus.


So beantragen Sie höhere Freibeträge auf Ihrer Lohnsteuerkarte

Den Antrag stellen Sie beim Finanzamt. Leider handelt es sich um ein sechsseitiges Bürokratie-Monstrum. Es kann sich aber lohnen, es auszufüllen. Das Formular finden Sie auf www.formulare-bfinv.de . Klicken Sie auf „Steuern“, dann auf „Lohnsteuer“, dann auf „Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung 2010“. Ein solcher Antrag ist vor allem sinnvoll, wenn Ihre Werbungskosten im Jahr 2010 voraussichtlich um mehr als 600 Euro über der bei den Freibeträgen ohnehin berücksichtigten Werbungskostenpauschale von 920 Euro liegen. Werbungskosten sind beispielsweise Fahrtkosten und Kosten für Fachliteratur oder Bürobedarf. Werden diese Kosten insgesamt den Betrag von 1.520 Euro übersteigen, lohnt sich der Antrag.


Handwerkerrechnungen können Sie auch im Voraus berücksichtigen lassen

Gleiches gilt, wenn Sie im nächsten Jahr Handwerkerkosten von der Steuer absetzen möchten, etwa weil das Dach neu gedeckt werden muss oder Sie eine neue Heizung brauchen. Oder wenn Sie haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend machen wollen. Auch dann sollten Sie einen solchen Antrag stellen. Es kann aber sein, dass das Finanzamt kritisch nachfragt – und da Sie etwa vor der Ausführung der Handwerkerleistung noch keine Rechnung dafür vorweisen können, müssen Sie eben glaubhaft machen, dass Sie eine Beauftragung fest vorhaben.

Aber Vorsicht: Einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung stellen Sie besser nicht, wenn Sie nicht wirklich erwarten, dass Sie künftig mehr von der Steuer absetzen können als bisher. Denn sonst droht Ihnen nach Abgabe der Steuererklärung eine satte Nachzahlung – und das kann unangenehm werden.